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Predigen im Angesicht Israels: Chancen der neuen Perikopenordnung

ImDialog bietet jedes Jahr in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Frankfurt eine theologische Tagung im Martin-Niemöller-Haus in Arnoldshain an. Eingeladen sind neben Pfarrerinnen und Pfarrern alle am christlich-jüdischen Dialog Interessierten. In diesem Jahr möchten wir besonders auch die Prädikant*innen in unserer Landeskirche ansprechen.

Im Jahr 2018 wurde eine neue Perikopenordnung eingeführt, die nun deutlich mehr Predigttexte aus dem Alten Testament enthält. Mit den neuen Gegebenheiten fängt die homiletische Aufgabe aber erst an: Wie wird man in christlicher Verkündigung der Tatsache gerecht, dass das Alte Testament/die Hebräische Bibel, auf jeden Fall historisch gesehen, ein vorchristlicher Text ist und im Judentum eine eigene Wirkungsgeschichte hat? Mit solchen Fragen wollen wir uns beschäftigen und dabei sowohl auf jüdische als auch auf christliche Stimmen hören.

Als Referenten konnten wir Prof. Dr. Alexander Deeg gewinnen, der am Institut für Praktische Theologie in Leipzig lehrt und Leiter des Instituts für Liturgiewissenschaft der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche (VELKD) ist.

Mit Rabbiner Prof. Dr. Andreas Nachama, dem Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Berlin, und jüdischem Präsidenten des Deutschen Koordinierungsrats der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Bad Nauheim, hören wir eine profilierte Stimme aus dem Kontext jüdischer Gemeinden in Deutschland.
Pfarrerin Doris Joachim, Referentin für Gottesdienst im Zentrum Verkündigung der EKHN, Frankfurt, wird eine der Arbeitsgruppen zur Auslegung alttestamentlicher Predigttexte leiten.

Pfarrerin Andrea Thiemann, Vorsitzende von ImDialog

Anmeldung erbeten bis 30. 6. 2019: Ulrike Obut, obut@evangelische-akademie.de
+49 (0) 69 . 17 41 526-16,
www.evangelische-akademie.de

Online: www.evangelische-akademie.de/kalender/predigen-im-angesicht-israels/

Das „Ende“ ist gestrichen

VorndranIm Dialog Kirchentag 2017
Im Dialog Kirchentag 2017
VorndranIm Dialog Kirchentag 2017
Im Dialog Kirchentag 2017
VorndranIm Dialog Kirchentag 2017
Im Dialog Kirchentag 2017

Wer hätte gedacht, dass ein kleines Playmobilmännchen theologische Argumente und sogar Antijudasmusvorwürfe hervorruft. Das Corpus Delicti ist allerdings nicht irgendeine Playmofigur, sondern stellt Martin Luther dar. Mit Barett, schwarzem Mantel, einer Feder in der Hand und – Stein des Anstoßes – in der linken Hand eine Bibel, die er den Betrachtenden entgegenhält. Auf der linken Seite des aufgeschlagenen Buches stand bis vor kurzem „Bücher des Alten Testaments. ENDE“. Das Wort Ende in Großbuchstaben.

Das ließ den jüdischen Publizisten und Erziehungswissenschaftler, Micha Brumlik, vor einem Jahr auf den Gedanken kommen, dass da jahrhundertealte christliche Vorurteile tradiert werden, wonach das sogenannte „Alte Testament“ durch das Neue Testament zu seinem Ende gekommen und veraltet sei. Brumlik wörtlich: „Man will sich nicht vorstellen, dass ausgerechnet die Firma Playmobil, die so viele Kinderherzen erfreut, in diese Tradition gehört.“ Er machte damals den Vorschlag, „entweder das Wort „Ende“ einfach wegzulassen oder es doch wenigstens typografisch auf die Größe der anderen Buchstaben zu bringen.“ (BLICKPUNKT.E 5/2016)

Auf dem Kirchentag in Berlin trafen wir auf einen fast lebensgroßen Playmo-Luther, der „das ENDE des Alten Testaments“ den Vorbeikommenden entgegenreckte. In einer spontanen Aktion haben wir mit Klebeband das Wort ENDE abgeklebt und erklärt, worum es geht. Inzwischen hat auch die Herstellerfirma, zwar nicht auf unsere Aktion, aber auf Brumliks Einwände reagiert: Ab sofort gibt es den Original-Playmo-Luther nur noch „ohne das dicke ENDE“. Es wurde tatsächlich gestrichen!

Wir haben Micha Brumlik noch auf dem Kirchentag ein Foto unserer Aktion gezeigt. Seine scherzhafte Bemerkung: „Das war mein größter religionspädagogischer Erfolg!“

Hans-Georg Vorndran, Vorstand ImDialog

Im Dialog mit HoffnungsträgerInnen in Israel

Eine Delegation des hessen-nassauischen Arbeitskreises für das christlich-jüdische Gespräch besucht geförderte Projekte

Schwester Monika vom katholischen French Hospital St. Louis in Jerusalem empfängt die 6köpfige Delegation des hessen-nassauischen Arbeitskreises ImDialog mit dem Hinweis, dass Dialog zwischen Menschen in Israel in der Hauptsache im gemeinsamen Tun besteht. In dem Krankenhaus am Rande der Altstadt treffen Menschen in ihrer letzten Lebensphase aus allen Religionen und gesellschaftlichen Gruppen zusammen. Der jüdische Sohn einer Patientin trifft auf einen palästinensischen Pfleger aus den besetzten Gebieten. Sie würden sich sonst höchstens bei der Grenzkontrolle begegnen, er als Soldat, der Pfleger als zu kontrollierender Grenzgänger. Aber hier erkundigt sich der Soldat nach dem Wohl seiner schwerkranken Mutter und beide sind froh, wenn sie gut geschlafen und gegessen hat.

Dialog findet auch zwischen unterschiedlichen Generationen statt. Ein jugendlicher Freiwilliger bei Aktion Sühnezeichen Friedensdienste berichtet von einem alten Herrn, der aus Nazi-Deutschland fliehen musste und den er im Seniorenheim regelmäßig besucht. Er findet im Gespräch heraus, dass dieser in den 30er Jahren ein Kollege seines Großvaters war. Beide waren Rechtsanwälte in Berlin. Bei solchen Gesprächen treffen deutsche Vergangenheit und gesellschaftliche Gegenwart in Israel aufeinander.

Was in Wahat al-Salam/Neve Shalom als idealistisches Modellprojekt einiger weniger palästinensischer und jüdischer Familien in den 60er Jahren vor den Toren Jerusalems begann, hat sich inzwischen etabliert. Die Idee vom gleichberechtigten Zusammenleben dieser kleinen Dorfgemeinschaft, strahlt auch in die Umgebung aus. Die im Ort befindliche Schule erfährt nämlich auch in der Region hohen Zuspruch. Dort werden im Gegensatz zu den üblichen Schulen in Israel palästinensische und jüdische Kinder in gemeinsamen Klassen unterrichtet. Dies führt inzwischen zur Erweiterung der Schule um ein College für höhere Jahrgangsstufen, das im nächsten Jahr eröffnet werden soll.

Auf beeindruckende Weise hat die Delegation des Arbeitskreises ImDialog auf ihrer Reise erlebt, wie engagierte Menschen in Israel an der Hoffnung auf ein Zusammenleben in Gerechtigkeit und Frieden trotz anhaltender Gewalt und Diskriminierung festhalten.

Mit einer Delegation aus 6 Personen reiste ImDialog, der Evangelische Arbeitskreis für das christlich-jüdische Gespräch in Hessen und Nassau, Mitte Juni für eine Woche nach Israel. Ziel der Reise war der Besuch fast aller etwa 20 von der EKHN geförderten Projekte in Israel, für die der Arbeitskreis ImDialog jährlich einen Vorschlag für die Verteilung von Kollekten erarbeitet. Die Karfreitags-Kollekten aus den hessen-nassauischen Kirchengemeinden werden für diese Arbeit verwendet. Die geförderten Projekte umfassen sowohl jüdische und arabische Sozialarbeit, Projekte des Gedenkens als auch Projekte des interreligiösen Gesprächs.

Außer der Vorsitzenden des Arbeitskreises, Pfarrerin Andrea Thiemann aus Bickenbach an der Bergstraße nahmen teil: Pfarrer a.D. Dr. hc. Ulrich Schwemer, Michelstadt; Hans-Georg Vorndran, Büttelborn; Pfarrer Peter Fleckenstein, Ingelheim; Pfarrerin Ilona Klemens, Mainz; Pfarrer Friedhelm Pieper, Bad Nauheim, Gabriele Zander, Jerusalem.

Den Arbeitskreis ImDialog gibt es seit über 60 Jahren. Zu seinen Aufgaben gehört die Veröffentlichung von Schriften, Ausstellungen und Arbeitsmaterialien für Gottesdienst, Schule und Erwachsenenbildung, die Durchführung von Vorträgen und Seminaren sowie die Förderung zahlreicher Einrichtungen in Israel. Seit 2016 hat er sein Büro in Bickenbach, dem Dienstsitz seiner Vorsitzenden, Pfarrerin Andrea Thiemann, die dort als Gemeindepfarrerin tätig ist.

Weitere Informationen sind der Homepage des Arbeitskreises zu entnehmen: www.ImDialog.org

  • Im DialogMitglieder von ImDialog im St. Louis Krankenhaus in Jerusalem. V.l.n.r.: Schwester Monika von St. Louis, Friedhelm Pieper, Gabriele Zander, Ilona Klemens, Andrea Thiemann
  • Im DialogDie Delegation von ImDialog bei Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste in Jerusalem. In der ersten Reihe drei ASF-Freiwillige, die von ihrer Arbeit berichteten.
  • Im DialogKinder in ihrer Schule von Wahat al-Salam/Neve Shalom.

Von Bickenbach nach Bickenbach - Allroundfrau ist neue Sekretärin von ImDialog

In einem Gottesdienst in der Evangelischen Stephanskirche in Bickenbach wurde am Sonntag, den 17.4.2016, Frau Sandra Pöhlmann-Harnecker als neue Sekretärin des Evangelischen Arbeitskreises für das christlich-jüdische Gespräch in Hessen und Nassau – ImDialog, eingeführt.
„Ihr Weg führt Sie sozusagen von Bickenbach nach Bickenbach“, so Pfarrerin Thiemann zu Frau Pöhlmann-Harnecker. „Sie sind in Bickenbach aufgewachsen und in Alsbach auf die Melibokus Schule gegangen. Ihre Eltern leben hier im Ort und Ihr Vater kommt gern mal vorbei - an Ihren neuen Arbeitsplatz im Ladenbüro von ImDialog in der Darmstädter Str. 13, wo Sie seit Februar dieses Jahres tätig sind. Heute leben Sie mit Ihrer Familie in Gernsheim.“
Pfarrerin Thiemann übernahm im August 2015 den Vorsitz von ImDialog. Damit ist der Evangelische Arbeitskreis für das christlich-jüdische Gespräch in Hessen und Nassau nach neun Jahren in Darmstadt mit seinem Büro an die Bergstraße zurückgekehrt, wo er zuvor viele Jahre lang in Heppenheim ansässig war.
Hans-Georg Vorndran vom Vorstand von ImDialog erläuterte, dass es das erste Mal in der 64jährigen Geschichte des Arbeitskreises sei, dass dieser ein nach außen wahrnehmbares Ladengeschäft mit großem Schaufenster als Büro habe. In den Jahrzehnten vorher waren die Büros in den verschiedenen Kirchengemeinden untergebracht, zu denen die jeweiligen Vorsitzenden gehörten. Auch wenn der Arbeitskreis jetzt nicht mit „Laufkundschaft“ rechne, sei diese öffentliche Präsenz doch etwas Besonderes. Vorndran wies mit einigen Beispielen auf die „Produkte“ des Arbeitskreises hin, die in Druckwerken und Ausstellungen zum Verhältnis von Christen und Juden bestehen und die im neuen Ladenbüro bestellt und ausgeliehen werden können. Diese Bestellungen werden von Frau Pöhlmann- Harnecker entgegengenommen und sie organisiert ebenfalls deren Versand.
Pfarrerin Thiemann beschreibt die neue Sekretärin als berufserfahrene Frau mit viel Erfahrung und großer Vorliebe für Listen und klare Strukturen. „Dies prädestiniert Sie zur Allroundfrau des Sekretariats von ImDialog! Sie haben die Offenheit und zeigen Interesse, sich auch an die inhaltlichen Themen des christl.-jüdischen Dialogs heranzuarbeiten. Das freut uns natürlich besonders und bestärkt uns darin, dass Sie die richtige Frau am richtigen Platz für den Arbeitskreis sind!“
Der Gottesdienst wurde begleitet mit beschwingter Musik des Saxophon Quartetts aus Bickenbach und Umgebung unter der Leitung von Jochen Endres. Im Anschluss an den Gottesdienst trafen sich die Besucherinnen und Besucher im Ladenbüro des Arbeitskreises in der Darmstädter Str. 13 zum Umtrunk und zum Gespräch während das Saxophon Quartett auf dem Bürgersteig noch einige Stücke spielte.
Bereits im Gottesdienst dankte Pfarrerin Thiemann dem Kirchenvorstand der Kirchengemeinde, den Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen, Parteien und Vereine, die der Einladung zu dieser Veranstaltung gefolgt sind.
Wer sich über die Arbeit und die Angebote von ImDialog informieren will, besuche seine Homepage
www.imdialog.org

 

  • HGVorndranPfarrer Andreas Heidrich vom Vorstand von ImDialog beglückwünscht die neue Arbeitskreissekretärin Sandra  Pöhlmann-Harnecker. Rechts Pfarrerin Andrea Thiemann
  • HGVorndranPfarrerin Thiemann im Gespräch im neuen Ladenbüro von ImDialog.
  • HGVorndranSaxophonklänge vor dem neuen Ladenbüro von ImDialog
  • HGVorndranDas Ladenbüro von ImDialog mit Schaufenster in der Darmstädter Str. 13 in Bickenbach
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