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Friedens-Treff Bickenbach

Seit Menschengedenken werden viele Konflikte mit Waffen und Gewalt zwischen den beteiligten Staaten/Gruppen ausgetragen, um die eigene Ziele gewaltsam durch Überlegenheit zu erreichen (derzeit in über 25 Ländern/Regionen). Seit einem Jahr spüren wir in Europa nach friedlichen Jahrzehnten direkte Auswirkungen von Krieg. Eigene Erfahrungen haben mich bewogen, mit anderen eine Mahnwache gegen Krieg- und Gewalthandlungen zu beginnen. Seitdem treffen sich täglich Menschen unterschiedlichen Alters auf dem Platz des Gedenkens an der Jugenheimer Straße unterhalb der Kirche. Die Versammlung ist offiziell angemeldet, genehmigt und wird wahrgenommen.

Was passiert dort zwischen 18.00 - 18.15 Uhr? Wer will bringt Kerzen mit und stellt sie auf. Jemand stimmt ein Lied zum gemeinsamen Singen an, ein Text wird vorgelesen, evtl. Gedanken dazu ausgetauscht und zum Abschluss singen wir inzwischen einen Friedens-Kanon aus dem 16./17. Jhd. DONA NOBIS PACEM - Gewähre uns Frieden - Give us peace Nach dem offiziellen Ende gibt es manchmal Einzelgespräche. Eine Regen-bogen-Fahne mit PEACE Aufdruck wurde zum Symbol des Friedens-Treff.

Wozu das? Hierzu einige Aussagen:

  • Allein zuhause fällt mir die Decke auf den Kopf
  • Erinnerungen an Krieg und Flucht werden wach
  • Es tut gut, sich auszutauschen, Informationen zu Hilfsmöglichkeiten zu bekommen
  • Lieder singen hilft mir
  • Ich frage mich, was trägt dazu bei, dass Frieden und Gerechtigkeit sich verbreiten
  • Als neu zugezogene Familie in Bickenbach ist der Platz zum Treffen hilfreich für Begegnungen (nach den Corona-Zeiten)
  • Hier komme ich mit Menschen in Kontakt und ins Gespräch, da ich alleine lebe

Ein Kind singt uns ein Friedenslied aus dem Kindergarten vor:

„Light a candle for peace“ (Shelley Marley) und wir Großen lernen es gerne - sogar mit Gebärdensprache! Es gibt Beiträge und Gebete von KonfirmandInnen/ Pfarrerin

Uns ist aufgefallen:

Vermehrt flüchten Menschen zu uns, suchen hier Bleibe. Auswirkungen/Einschränkungen der Energieversorgung und auf internationale Zusammen-hänge der Weltwirtschaft sind auch jetzt hier im Alltag spürbar. Die zahlreichen Kriegshandlungen in und zwischen vielen Ländern wurden nach Jahrzehnten des Friedens weitgehend ausgeblendet. Noch Jahrzehnte nach einem Krieg haben nachfolgende Generationen die materiellen und psy-chischen Schäden zu bezahlen. In Wohlstands–und Friedenszeiten haben wir es uns bequem eingerichtet und wenig daran gedacht, Friedensprozesse zu fördern. Frieden entsteht, wenn Menschen achtsam miteinander umgehen. Frieden fängt in uns an und muss immer wieder neu initiiert werden.

Wir fragen uns, was kann mein Anteil sein, dass Verständigung gelingt?

Birgit Köhler-Günther

(Auskunft zu Liedern, Texten und Möglichkeiten zur Unterstützung können Sie erhalten unter 06257/903309)

RoBeKrippenspiel
Krippenspiel
RoBeVerabschiedung
Verabschiedung

(An-)Gesehen werden

Gedanken zur Jahreslosung 2023: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1. Mose, 16,13)

Von Ulrike Scherf, Stellvertretende Kirchenpräsidentin

Sie hat es nicht leicht, die Ägypterin Hagar. Denn sie ist eine Sklavin. Sie steht in der Hierarchie ganz unten, muss tun, was andere ihr befehlen und hat selber nichts zu sagen. In ihrem Leben fühlt sie sich nicht zuhause.

Irgendwann hält sie es nicht mehr aus, rennt weg, flieht in die Wüste. Dort kommt sie zur Ruhe und wird angesprochen. Von einem Engel, von Gott. Ihr wird klar: Gott geht mit, vor ihm braucht sie nicht zu fliehen, vor ihm braucht sie sich nicht zu verstecken. Gott weiß, wie es ihr geht – und sieht sie an, nimmt sie wahr, so wie sie ist.

„Du bist ein Gott, der mich sieht“ – so nennt Hagar ihren Gott.

Gesehen werden – das ist ein Bedürfnis, das wohl jede und jeder von uns hat. Gesehen werden, das heißt: jemand kennt mich richtig, interessiert sich für mich, sieht mich an, hält meinem Blick auch einmal stand. Wer mich so ansieht, der meint wirklich mich.

Gott sieht mich an. Sein Blick zeichnet mich aus, macht mich besonders. Ebenso sieht Gott jeden anderen Menschen an, zeichnet ihn aus, macht ihn besonders.

Die Jahreslosung lädt uns ein, uns selbst wahrzunehmen als von Gott gesehen und gehört. Und mit Gottes Blick auch auf andere zu schauen und zu hören. Achtsam für das Empfindsame, Verletzte, Einsame oder Hilfsbedürftige in anderen Menschen zu sein. Zu erleben, wie bereichernd es ist, wenn Gott selbst mich wiederum durch die Augen jenes anderen Menschen ansieht.

Für 2023 wünsche ich mir, dass wir etwas von diesem göttlichen Blick in die Welt tragen. Ein Blick der sagt: Ich sehe dich, ich interessiere mich für Dich. Ich weiß, dass Du wertvoll und wichtig bist. Für mich bist Du Gottes geliebtes Geschöpf.

Und ich wünsche mir, dass wir uns ansehen lassen von Gott - so wie wir sind: mit allem, was uns ausmacht.

Ihnen allen ein gutes, gesegnetes Jahr 2023 – voller besonderer Augen-Blicke.

 

Ihre  Ulrike Scherf

Stellvertretende Kirchenpräsidentin

EKHNJahreslosungen 2023
Jahreslosungen 2023

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