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KGM2021-3 Gemeindebrief
2021-3 Gemeindebrief

Angedacht

„Und es soll geschehen (…), spricht Gott, da will ich ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; eure Söhne und Töchter sollen weissagen, (…) und eure Alten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und Mägde will ich in jenen Tagen meinen Geist ausgießen und sie sollen weissagen.“

Auszüge aus Joel 3, 1-2 //Apg 2, 17-18

Liebe Leserinnen und Leser!

Zu keinem Zeitpunkt der Erdgeschichte erreichten so viele Menschen ein so hohes Alter wie heute. Weil es aufgrund des demographischen Wandels in Deutschland immer weniger jüngere und immer mehr ältere Menschen gibt, gewinnen die Beiträge der älteren Menschen zum Gelingen des gesellschaftlichen Zusammenlebens an Bedeutung.

Mit dem fortschreitenden demografischen Wandel nimmt aber auch die Anzahl der chronisch kranken, pflegebedürftigen und demenzkranken Menschen zu. Wie Individuen und die Gesellschaft mit dieser Entwicklung umgehen, wird wesentlich von unseren Vorstellungen vom Alter, den sogenannten Altersbildern, mitbestimmt. Jede und jeder von uns hat solche Bilder im Kopf- nicht nur ein einziges, sondern wir alle verfügen über ein ganzes Repertoire an Altersbildern – aus der eigenen Familie, aus Literatur und Filmen, aus dem Sport, aus der Werbung…

Altersbilder sind einem stetigen Wandel unterworfen, auch die gesellschaftlichen Herausforderungen durch die Corona Pandemie werden sie beeinflussen. Corona fordert geradezu eine Überprüfung und Neuorientierung im Zusammenleben der Generationen.

Wird sich durch Corona ein negatives Altersbild entwickeln, das das Alter als defizitorientiert und die Alten als die „zu Beschützenden“ sieht? Ein Konflikt zwischen den Generationen wäre damit schon vorprogrammiert. Denkmuster, wie “wir gesunden Jüngeren“ müssen wegen des Schutzes der „kranken Älteren“ Verzicht üben, oder “wir tun das für euch”, könnte bei jüngeren Menschen Missgunst und Frustration erzeugen. Bei älteren Menschen kann das Schuldgefühle und ein reduziertes Selbstwertgefühl auslösen.

Das Joel-Zitat aus der Pfingstpredigt des Petrus eröffnet eine andere Perspektive: Wir hören von einer Verheißung, die die verschiedenen Lebens-lagen zur Kenntnis nimmt und auf niemanden verzichten will, nicht auf die Jungen, nicht auf die Alten, nicht auf irgendeine soziale Schicht, und, die sich auch den Fremden öffnet.

Dazu brauchen wir die Träume von Frauen und Männern, Jungen und Alten und gerade auch die Träume derjenigen, die unser System letztlich sehr elementar und an der Basis am Laufen halten, wie wir es in diesen Zeiten der Krise erleben konnten.

Und das bleibt die Herausforderung, auch für unsere Arbeit in den Kirchen: Mit auf die Suche zu gehen, in Zeiten der Verunsicherung. Inspiration für die Zukunft zu erbitten, sich für sie zu öffnen, und Wege zu suchen, eine gemeinsame Zukunft lebbar zu machen.

Ich grüße Sie herzlich, Ihre Gemeindepädagogin

Ute Blum

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