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KGM2019-4 Gemeindebrief
2019-4 Gemeindebrief
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Angedacht

„Haltet mich nicht auf,

denn der HERR hat Gnade zu meiner Reise gegeben.“

1 Mose 24, 56b

Liebe Leserinnen und Leser,

„wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen“!

Die 34 Teilnehmenden unserer Studien- und Begegnungsreise nach Israel/Palästina  Anfang Juli dieses Jahres können Matthias Claudius darin sicher nur beipflichten. Sie jedenfalls haben sich „mit Haut und Haaren“ auf unser kleines Abenteuer eingelassen. Mit allen Sinnen haben sie versucht, diesen faszinierenden Landstrich in all seinen historischen, biblischen und gegenwärtigen Facetten zu erfassen.

Auf den Spuren Jesu am See Genezareth haben wir uns hinein begeben in das „Fünfte Evangelium“, in die   unmittelbare Begegnung mit der biblischen Landschaft. In flirrender Hitze durch Staub und Steine unterwegs erinnerten uns unsere schmerzenden Füße und der trockene Hals an Jesu Rede vom „lebendigen Wasser“ und an seine zärtliche Geste des Füße Waschens seiner Jünger.

 Zu ganz früher Morgenstunde fanden wir weit ab von Touristenströmen die Quelle im Wadi Kelt. Nur wo Wasser ist, da gibt es Grün, da ist Leben; und sei es auch nur das einfache Leben einer kinderreichen Beduinenfamilie. „Milch und Honig“ fließen dort, wo intelligente Bewässerungssysteme das kostbare Nass wohl dosiert hin transportieren - zur Zeit Jesu ebenso wie heute.

Aus der Wüste heraus näherten wir uns der heiligen Stadt Jerusalem. Jeder Stein, jedes Tor erzählt seine eigene Geschichte. Bei näherer Betrachtung erscheint so manches im Land in neuem Licht, nicht nur beim Jerusalemer Lichterfestival, wenn die Altstadt durch moderne Lichtinstallationen überraschend neu illuminiert wird.

Die hohe Konzentration heiliger Stätten in Jerusalem ist für viele Menschen sehr verwirrend. Dabei geht es weniger um die exakte Bestimmung ihrer historischen Lage als um die Heiligkeit, die durch die Gebete der Gläubigen an diesen Orten im Laufe der Jahrtausende entstanden ist.

Den Beginn des Shabbats an der „Kotel“, der Westmauer des ehemaligen Tempels, im   Kreise fröhlich singender und tanzender Jüdinnen und  Juden aus aller Welt zu erleben, war für viele aus der Gruppe ein  besonderer Höhepunkt unserer gemeinsamen Reise. Es mag seltsam klingen, aber dort, wo nach jüdischer Vorstellung einst Gott auf Erden wohnte, berühren sich auch heute noch Himmel und Erde.

 

Ich grüße Sie herzlich,

Ihre Pfarrerin Andrea Thiemann

 

P.S. Nicht nächstes Jahr, aber 2022 wieder in Jerusalem, so Gott will!

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