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KGM2018-4 Gemeindebrief
2018-4 Gemeindebrief

Angedacht

„Alles hat seine Zeit . Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde.“

Prediger 3,1

Es ist wieder Sommer, wir dürfen uns am warmen Wetter und der blühenden Natur erfreuen. Sommer ist die Zeit des Lebens, in der alles lebendig wird. Bei uns zu Hause nisten gerade zwei Vogelpärchen und wir können beobachten, wie jeden Tag die Vogeljungen ihre Hälse und Schnäbel weiter aus dem Nest rausstrecken können. Die Eltern haben viel zu tun. Unermüdlich suchen sie Futter für ihre Jungen und behüten sie, immer abwechselnd. Während der eine fliegt und sucht, passt der andere auf. Es ist wirklich ein Wunder, dass jedes noch so kleine Lebewesen weiß, was seine  Aufgabe ist und wo es hingehört – ganz ohne Diskussionen,  Sitzungen und Verhandlungen.  Warum scheint nur bei uns Menschen immer alles so kompliziert zu sein? Die Natur macht uns vor, was der Sinn des Lebens ist. Jeder hat hier seinen Platz und ist wichtig - für sich selbst und die Gemeinschaft. Neben Arbeiten und Pflichten brauchen wir aber auch „Inseln“, eine Auszeit zum Luftholen und Innehalten. Es tut gut sich jeden Tag bewusst zu werden, dass alles um uns herum Wunder des Lebens sind und Gott in Allem allgegenwärtig ist.

Viele Menschen warten und hoffen auf den nächsten Urlaub, um sich dann zu erholen und wieder Lebendigkeit zu spüren. Doch auch Alltag kann, wenn wir wollen, Zeit für „Inseln“ bereit halten. Wann waren Sie das letzte Mal mit offenen Augen und Ohren, aber auch der Nase in einem Wald - ohne Handy? Haben mit den Augen die grünen  Blätter der Bäume betrachtet, durch die die Sonne scheint und alles Licht in  einem warmen Grün erscheinen lässt.  Der Wind, der durch die Bäume bläst und die Blätter zum Rascheln bringt. 
 
Die Vögel, die überall zwitschern aus purer Freude am Dasein. Der Geruch des leicht feuchten Waldbodens, der nach Laub  und Pilzen riecht. Gerade jetzt ist die Zeit, in der uns täglich bewusst werden kann, dass wir inmitten vieler Wunder leben. Hieraus können wir Kraft schöpfen. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass Sie Ihre „Inseln“ im Alltag finden und lieben lernen, dass Sie ein waches Auge für viele Selbstverständlichkeiten im Alltag und der Natur entwickeln, um hieraus Kraft zu schöpfen.
 
Herzlichst Ihre Kirchenvorsteherin Andrea Gewald

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